Warum ich ein Hummelhaus aufstellen sollte – Nutzen und wichtige Hinweise

  • Beitrags-Kategorie:Standard

Hummel Haus Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern in unseren Gärten und Kulturlandschaften. Dennoch geraten sie zunehmend unter Druck: Lebensraumverlust, Monokulturen, Pestizideinsatz und der Klimawandel führen dazu, dass geeignete Nistplätze und Nahrungsquellen immer seltener werden. Das Aufstellen eines Hummelhauses ist eine wirkungsvolle und zugleich einfache Möglichkeit, aktiv zum Erhalt dieser nützlichen Insekten beizutragen.

Bedeutung der Hummeln für Natur und Garten
Hummeln sind ausgesprochen effiziente Bestäuber. Im Gegensatz zu Honigbienen fliegen sie bereits bei niedrigen Temperaturen, Wind und leichtem Regen. Dadurch bestäuben sie viele Pflanzen, wenn andere Insekten noch inaktiv sind. Besonders Gemüsearten wie Tomaten, Bohnen, Beeren und Obstbäume profitieren von der sogenannten Vibrationsbestäubung, die nahezu ausschließlich von Hummeln durchgeführt wird. Ein hummlenfreundlicher Garten führt daher häufig zu höheren Erträgen und gesünderen Pflanzen.

Schutz bedrohter Arten
In Deutschland stehen zahlreiche Hummelarten auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Der Rückgang natürlicher Nistmöglichkeiten – etwa verlassene Mäusenester, Hecken oder strukturreiche Wiesen – ist eine der Hauptursachen. Ein Hummelhaus ersetzt diese fehlenden Lebensräume und bietet einer Königin im Frühjahr die Chance, erfolgreich ein neues Volk zu gründen. Jede angesiedelte Hummelkolonie ist somit ein aktiver Beitrag zum Artenschutz.

Pädagogischer und persönlicher Mehrwert
Ein Hummelhaus ermöglicht faszinierende Einblicke in das Leben dieser friedlichen und sozialen Insekten. Das Beobachten der Nestgründung, des Sammelns von Pollen und des Wachstums eines Volkes schärft das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und fördert den respektvollen Umgang mit der Natur – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.

Worauf beim Aufstellen eines Hummelhauses zu achten ist
Damit ein Hummelhaus angenommen wird und den Tieren tatsächlich hilft, sind einige grundlegende Punkte zu beachten:

Standort:
Das Hummelhaus sollte an einem ruhigen, halbschattigen Platz in Bodennähe stehen. Direkte Mittagssonne ist zu vermeiden, da sich das Nest sonst überhitzt. Ideal ist eine Ausrichtung des Einfluglochs nach Osten oder Südosten, geschützt vor starkem Wind und Regen.
Zeitpunkt:
Der beste Zeitpunkt zum Aufstellen ist das zeitige Frühjahr (Februar bis April), wenn die überwinterten Königinnen auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz sind.
Bauweise und Material:
Das Hummelhaus sollte gut isoliert, trocken und atmungsaktiv sein. Natürliche Materialien wie Holz und unbehandelte Dämmstoffe sind zu bevorzugen. Wichtig ist außerdem ein sogenannter Vorbau oder ein langer Einflugkanal, der Wachsmotten den Zugang erschwert. Zudem sollte eine Hummelklappe angebracht sein. Das verhindert ebenfalls den Befall des Nestes durch die Wachsmotte. Wachsmotten können ein ganzes Volk in recht kurzer Zeit vernichten.

Nistmaterial:
Als Nistmaterial für ein Hummelhaus eignet sich gut Kapokwolle. Die Kapokwolle eignet sich hervorragend, um unser Hummelhaus und andere Nistkästen auszupolstern. Kapokwolle ist ein vollkommen natürlich gewachsener Rohstoff vom Kapok-Wollbaum, die durch ihre weiche, wärmende Eigenschaft ideal für Hummeln ist. Getrocknetes Moos ist ebenfalls sehr geeignet. Hobelspäne oder kleine Hackschnitzel sind als Unterlage ebenfalls sehr gut.

Sauberkeit und Pflege:
Ein Hummelhaus sollte jährlich gereinigt oder mit neuem Nistmaterial bestückt werden, um Parasiten und Krankheiten vorzubeugen. Während der Saison ist auf unnötige Störungen zu verzichten.

Nahrungsangebot:
Ein Hummelhaus allein reicht nicht aus. Ein vielfältiges Blütenangebot im Garten – möglichst vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst – ist entscheidend. Heimische, ungefüllte Blütenpflanzen sind dabei besonders wertvoll.

Selber bauen oder fertig kaufen?
Wer spass daran hat kann ein solches Hummelhaus ohne allzu viel Aufwand selber bauen. Hier dazu mal eine Anleitung vom NABU  https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/hummelhaus-bauen  Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten Hummelhäuser zu bauen. Einfach mal in Internet suchen.

Auch fertig gibt es schon ab rund 50 Euro brauchbare Hummelhäuser  zu erwerben. Wer sich ein solches Hummelhaus fertig kaufen möchte sollte aber darauf achten das ein Vorbau am Hummelhaus ist, eine Hummelklappe bereits montiert ist. Ebenso ob das Hummelhaus gegen Regen geschützt ist. Meiner Meinung nach mit einer Siebdruckplatte. Dort kann man immer noch etwas Dachpappe anbringen.

Fazit
Das Aufstellen eines Hummelhauses ist eine sinnvolle, nachhaltige und verantwortungsvolle Maßnahme zum Schutz der Biodiversität. Es unterstützt bedrohte Insektenarten, verbessert die Bestäubung im eigenen Garten und fördert zugleich das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge. Mit dem richtigen Standort, einer geeigneten Bauweise und einem naturnahen Gartenumfeld lässt sich mit überschaubarem Aufwand ein großer Beitrag für Natur und Umwelt leisten.

Michael Wagner